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Was ist die IHRA?

03.03.2020 - Artikel

Die Internationale Allianz zum Holocaust-Gedenken ist die führende internationale Institution, die Regierungen und Fachleute zusammenbringt, um Bildung, Erinnerung und Forschung im Bereich des Holocausts sowie des Völkermords an den Sinti und Roma zu fördern, voranzubringen und zu unterstützen.

Der Internationalen Allianz zum Holocaust-Gedenken (englisch: International Holocaust Remembrance Alliance) gehören insgesamt 34 Mitgliedstaaten, ein Partnerland sowie sieben Staaten mit Beobachterstatus an. Ein ständiges Sekretariat mit Sitz in Berlin unterstützt die Arbeit der IHRA. Der Vorsitz wechselt jährlich. Deutschland übernimmt den Vorsitz am 3. März 2020 von Luxemburg. 2021 folgt Griechenland.

IHRA Ministerkonferenz 2020
IHRA Ministerkonferenz 2020© IHRA

Aus Anlass des 20. Jahrestags der Gründung der IHRA haben unter Vorsitz Luxemburgs alle Mitglieder am 19. Januar 2020 eine Ministererklärung verabschiedet. Sie verpflichten sich darin, das Andenken an die Ermordeten und an die Überlebenden auf alle Zeit zu wahren. Sie schließen den Völkermord an den Sinti und Roma in die Aufgaben der IHRA ein. Sie erkennen die zwingende Notwendigkeit an, sich auf internationaler Ebene politisch abzustimmen und zusammenzuarbeiten, um der zunehmenden Verfälschung des Holocaust sowie Antisemitismus und Antiziganismus entgegenzuwirken.

In der IHRA werden Bildungsstandards für den Unterricht über den Holocaust und den Völkermord an den Sinti und Roma entwickelt, Forschung vernetzt und auch schwierige Aspekte des Gedenkens angesprochen. Im Zeitraum 2018 bis 2022 stehen die Bekämpfung von Verfälschungen des Holocaust und die Sicherung der historischen Dokumentation im Mittelpunkt der Bemühungen der Fachleute und politischen Vertreter der IHRA.

Zu den IHRA-Delegierten zählen zahlreiche führende Wissenschaftler sowie Mitarbeitende von Gedenkstätten und Bildungseinrichtungen. Jeder nationalen IHRA-Delegation steht ein hochrangiger Regierungsvertreter vor, meist vom Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, vom Bildungs- oder Kulturministerium. Zweimal jährlich kommen bei Plenarsitzungen mehr als 200 Regierungsvertreter und Fachleute aus über 40 Ländern zusammen, um über politisch relevante Themen mit Bezug zum Holocaust und den Völkermord an den Sinti und Roma zu debattieren und die Auseinandersetzung mit ihnen zu fördern.

Die IHRA wurde 1998 auf Initiative des ehemaligen schwedischen Premierministers Göran Persson ins Leben gerufen, zunächst als Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Remembrance and Research, ITF.
Die Mitglieder der IHRA haben sich zur Einhaltung der Stockholmer Erklärung von 2000 verpflichtet. Darin wird unterstrichen, dass die Beispiellosigkeit des Holocaust für alle Zeit von universeller Bedeutung sein wird. Sie enthält eine Reihe von Verpflichtungen im Hinblick auf das Erinnern an den Holocaust, die Aufklärung nachfolgender Generationen über das Ausmaß des Holocaust und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Regierungen, um auf eine Welt ohne Völkermord hinzuarbeiten.

Die IHRA arbeitet eng mit anderen zwischenstaatlichen Gremien zusammen, die Holocaust-Themen als Teil ihres Mandats verstehen. Zu den ständigen internationalen Partnern der IHRA zählen acht Organisationen:

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