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Bildungsauftrag der IHRA

03.03.2020 - Artikel

„Wir haben die gemeinsame Verpflichtung, das Studium des Holocaust in allen seinen Dimensionen anzuregen. Wir werden die Aufklärung über den Holocaust an unseren Schulen und Universitäten sowie in unseren Gemeinden fördern und sie in anderen Einrichtungen unterstützen.“ Art. 5 Stockholm Declaration

Schulsituation
Schulsituation© dpa

IHRA-Arbeitsgruppen und -Ausschüsse veröffentlichen regelmäßig Bildungsempfehlungen, die die Mitgliedsstaaten der IHRA bei der Einhaltung dieser Verpflichtung unterstützen. 2019 hat die IHRA Empfehlungen für den Unterricht über den Holocaust verabschiedet. Diese liefern überzeugende Gründe, warum der Holocaust Unterrichtsthema sein sollte, geben praktische Hinweise für die Suche und Auswahl von angemessenem Quellenmaterial und erleichtern es durch neueste Forschungsergebnisse, Lehrpläne auf einen aktuellen Stand zu bringen.

Die Empfehlungen werden in mehr als 20 Sprachen verfügbar sein, damit Lehrer und Pädagogen aller Mitgliedsländer von ihnen profitieren können. Sie bilden eine Grundlage für Politiker, Herausgeber von Lehrbüchern, Entwickler von Lehrplänen, Schuladministratoren sowie Lehrer und Pädagogen, um:

  • Wissen über den Holocaust zu entwickeln, Genauigkeit im Hinblick auf individuelles Verständnis und Wissen sicherzustellen und ein Bewusstsein für die möglichen Folgen von Antisemitismus zu schaffen;
  • ein positives Lernumfeld für den Unterricht über den Holocaust zu schaffen;
  • differenziertes Denken zu fördern, was auch die Befähigung zur Bekämpfung von Leugnung und Verfälschung beinhaltet;
  • einen Beitrag zur Bildung im Bereich Menschenrechte und Verhinderung von Völkermord zu leisten.

Für die weitergehende Beschäftigung mit dem Thema Holocaust im Unterricht werden vier grundlegende Fragen empfohlen:

  • Welche historischen Ausgangsbedingungen und zentralen Etappen kennzeichnen diesen Völkermord?
  • Warum und in welcher Form haben Menschen sich an diesen Verbrechen beteiligt oder wurden mitschuldig?
  • Wie haben die Juden auf Verfolgung und Massenmord reagiert?
  • Warum und auf welche Art haben manche Menschen Widerstand gegen diese Verbrechen geleistet?

In den Empfehlungen wird zusätzlich vorgeschlagen, darüber zu diskutieren, welche Bedeutung die Geschichte des Holocaust für gegenwärtige Fragen der Flüchtlingspolitik hat, welche Konsequenzen Menschenrechtsverletzungen für Einzelpersonen und Gesellschaften haben und welche Bemühungen unternommen werden, um Völkermord zu verhindern.

Pädagogen sollten sich vor allen Dingen bewusst sein, dass mit einer sorgfältigen Vorbereitung und einem angemessenem Lernmaterial ein wirkungsvoller und erfolgreicher Unterricht zum Thema Holocaust möglich ist.

Weitere Informationen

Die Broschüre ist in gedruckter sowie digitaler Form über den deutschen IHRA-Vorsitz erhältlich.

Deutschsprachige Version der „Empfehlungen für das Lehren und Lernen über den Holocaust“

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