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Ziele und Schwerpunkte des deutschen IHRA Vorsitzes 2020-2021

03.03.2020 - Artikel

2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und die Befreiung der Konzentrationslager zum 75. Mal.

Die Bundesrepublik Deutschland stellt sich der Verantwortung, die aus dem von Deutschen begangenen millionenfachen Mord an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma und anderen Gruppen im Fokus der nationalsozialistischen Vernichtungsideologie erwächst.

Mit der Übernahme des Vorsitzes der IHRA im Gedenkjahr 2020 setzt Deutschland ein Zeichen, um die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Antisemitismus und Holocaust-Verfälschung zu stärken. Deutschland baut damit auf der Selbstverpflichtung der 34 Mitgliedsstaaten auf, die am 19. Januar 2020 unter Vorsitz Luxemburgs eine Ministererklärung der IHRA verabschiedet haben:

….nehmen unsere Verantwortung als Regierungen an, weiter zusammenzuarbeiten, um die Leugnung und Verfälschung des Holocaust, den Antisemitismus sowie alle Formen von Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen, die die wesentlichen Grundsätze der Demokratie untergraben. Um diese Ziele zu erreichen, werden wir mit Fachleuten, der Zivilgesellschaft und unseren internationalen Partnern eng zusammenarbeiten.

Im Rahmen des Vorsitzes möchte Deutschland vor allem das Augenmerk auf die Bekämpfung der Relativierung und Verfälschung des Holocaust legen. Hierfür wird eine Globale Task-Force gegen Holocaustverfälschung etabliert.

Flaggen der IHRA Mitgliedsstaaten
Flaggen der IHRA Mitgliedsstaaten© IHRA

Deutschland wird den Vorsitz weiterhin nutzen, für die Annahme der von der IHRA erarbeiteten Arbeitsdefinitionen zu Holocaustleugnung und -verfälschung und zu Antisemitismus zu werben. Gleichzeitig unterstützt der Vorsitz die Arbeit an einer Definition zu Antiziganismus und unterstützt die Verbreitung von Empfehlungen für den Unterricht über den Holocaust, die die IHRA 2019 verabschiedet hat.

Der deutsche Vorsitz beginnt mit der Übergabe am 3. März von Luxemburg 2020 an Deutschland und endet im März 2021 mit der Übergabe an Griechenland. Mit beiden Ländern arbeitet der deutsche Vorsitz als Troika eng zusammen. Deutschland wird 2020 zwei Plenartagungen ausrichten, vom 29. Juni.-2. Juli 2020 im Auswärtigen Amt in Berlin und von 30. November bis 3. Dezember 2020 in Leipzig.

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