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#ProtectTheFacts

19.01.2021 - Artikel

Die IHRA veröffentlicht Empfehlungen zum Umgang mit Holocaustverfälschung und macht durch die Kampagne #ProtectTheFacts medienwirksam auf das Problem der Verzerrung von Fakten dieshinsichtlich aufmerksam.

Die IHRA startete unter deutschem Vorsitz zwei internationale Initiativen gegen Holocaustverfälschung- und Verharmlosung:

Am Internationalen Holocaust-Gedenktag am 27.01.2021 organisierten die IHRA, die Vereinten Nationen und die UNESCO außerdem eine Podiumsdiskussion, um die Herausforderungen der Holocaust-Verfälschung und internationale Gegenstrategien zu erörtern. Die Veranstaltung wurde von CNN als Medienpartner sowohl im TV als auch im Livestream übertragen und von Hala Gorani moderiert.

 

Zunehmende Verfälschung und Verharmlosung des Holocaust

Holocaustverfälschung entschuldigt, minimiert oder stellt die bekannten historischen Fakten des Holocaust falsch dar. Eine Zunahme von Verharmlosung und Verfälschung des Holocaust ist in vielen Bereichen zu beobachten, in zeitgenössischer Kultur, Medien und Politik, über das ganze ideologische Spektrum hinweg. Eine von der Jewish Claims Conference durchgeführte und im September 2020 veröffentlichte Umfrage unter Millennials und Gen Z in allen 50 US-Bundesstaaten ergab, dass sich etwa die Hälfte (49%) mit online-Posts über Holocaust-Leugnung und -Verfälschung konfrontiert sah. Das Problem ist nicht auf einzelne Staaten beschränkt, sondern tritt auf der ganzen Welt in allen Teilen der Gesellschaft auf.

Die Verfälschung des Holocaust ist meist schwieriger zu identifizieren als die Leugnung des Holocaust und bleibt daher oft unwidersprochen. Das Phänomen ist aber genauso gefährlich, wenn es oft der erste Schritt zu radikaleren Formen von Antisemitismus, Verschwörungsdenken und antidemokratischem Verhalten ist. Um dem entgegenzuwirken bedarf es einer gesamtgesellschaftlichen Anstrengung und internationalen Zusammenarbeit.

Daher hat die deutsche Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance eine Globale Task Force gegen Holocaust-Verfälschung ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Task Force wurden folgende Initiativen gestartet:

 

Launch von „Protect the Facts“

Am 25. Januar 2021 hat die IHRA zusammen mit der Europäischen Kommission, den Vereinten Nationen und der UNESCO die globale Kampagne „Protect the Facts“ gestartet.

Diese einjährige Initiative soll das Bewusstsein für Holocaustverfälschung schärfen. Im Fokus stehen politische Entscheidungsträger, Institutionen mit Bezug zum Holocaust und die breite Zivilgesellschaft.

Die Kampagne unterstreicht, dass die Bekämpfung von Holocaustverfälschung in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft liegt, und fordert dazu auf, die Fakten zu bewahren #ProtectTheFacts und Nein zu Verfälschung #SayNoToDistortion zu sagen.

Launch der Publikation „Holocaustverfälschung erkennen und entgegnen: Empfehlungen für Entscheidungsträger“

Empfehlungen der IHRA gegen Holocaustverfälschung
Empfehlungen der IHRA gegen Holocaustverfälschung© IHRA

Als Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen der IHRA und externen Experten wurde die Publikation „Holocaustverfälschung erkennen und entgegnen: Empfehlungen für Entscheidungsträger“ erarbeitet. Sie liefert Entscheidungsträgern die Werkzeuge, die sie benötigen, um gegen Holocaustverfälschung vorzugehen.

Die Publikation enthält Empfehlungen zur Identifizierung und Erfassung von Holocaustverfälschung, zu Schulungsprogrammen, zur Stärkung von Holocaust-bezogenen Institutionen sowie zur Bekämpfung online. Am 19. Januar 2021 wurden die Empfehlungen in einer virtuellen Konferenz der IHRA vorgestellt. Dabei diskutierten die Delegationsleiterinnen und –Leiter mit Experten und Vertretern der Internationalen Partner der IHRA. Im Zentrum stand die Frage, wie die Empfehlungen breit zur Anwendung kommen.

„Die heute veröffentlichten Empfehlungen und die bevorstehende 'Protect the Facts'-Kampagne sind vielversprechende erste Schritte zur Bekämpfung der weltweiten Holocaustverfälschung. Sie sind als Initiative der deutschen IHRA-Präsidentschaft und aIs Teil der von Minister Maas ins Leben gerufenen Globalen Task Force gegen Holocaustverfälschung entstanden. In internationaler Zusammenarbeit wurden wichtige Empfehlungen für den praktischen Gebrauch erstellt. Holocaustverfälschung ist ein Problem, das nicht an nationalen Grenzen endet und eine internationale Reaktion erfordert. Ich würde es begrüßen, wenn die Empfehlungen weit verbreitet genutzt würden, um künftig entsprechend zu reagieren wenn Nazisymbole, 'Camp Auschwitz'-T-Shirts und gelbe Davidsterne unter anderem bei Demonstrationen oder online gezeigt werden “, sagte IHRA-Vorsitzende Michaela Küchler.

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