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Kammermusik-Konzert mit der Pianistin Elisaveta Blumina in Marseille

11.02.2020 - Artikel

Mit der Pianistin Elisaveta Blumina wurde eine renommierte Künstlerin gewonnen, die sich seit Jahren um die Wiederentdeckung vergessener jüdischer Komponisten (u.a. Mieczyslav Weinberg) verdient macht.

Kammermusikkonzert in Marseille
Kammermusikkonzert in Marseille© AA

Mit dem Holocaust wurden nicht nur Millionen von Menschen getötet. Es wurden auch Lebensläufe zerstört. Es wurde versucht, jüdische Kultur und Geschichte zu zerstören und unsichtbar zu machen.

Den Holocaust nicht zu vergessen, heißt daher immer auch, jüdisches Leben zu feiern und den Beitrag jüdischer Künstler zu unserer gemeinsamen Kultur, zu unserer gemeinsamen Geschichte. Deshalb wurde in Marseille beschlossen, die deutsche IHRA-Präsidentschaft mit einem Konzert zu feiern, einem Konzert jüdischer und nicht-jüdischer Künstler mit Werken von jüdischen und nicht-jüdischen Komponisten. Durch das Medium Musik sollte die Arbeit der IHRA in der Stadt mit der drittgrößten jüdischen Gemeinschaft Europas möglichst vielen Menschen nahegebracht werden.

Gemeinsam mit Mathias Baier, dem Solofagottisten der Berliner Staatskapelle, und den in Berlin ansässigen israelischen Klarinettisten Alexander und David Gurfinkel gab Elisaveta Blumina am 11. Februar 2020 vor vielen hundert Menschen im Palais du Pharo ein Kammermusik-Konzert.

Veranstaltet wurde das Konzert vom deutschen Generalkonsulat gemeinsam mit der Region Sud und dem „Fonds Social Juif Unifié“ , einer Organisation, die sich auch um die letzten Holocaust-Überlebenden in der Region kümmert. Emotionaler Höhepunkt vor dem Beginn der musikalischen Darbietung war die Rede von Robert Mizrahi, hochbetagter Überlebender der „Rafles“ von Marseille, langjähriger Präsident des französischen Komitees von Yad Vashem. Er verlieh den anlässlich des Konzerts ins Leben gerufenen „Robert-Mizrahi-Preis“ an die deutsche Generalkonsulin für ihre Arbeit gegen das Vergessen des Holocaust.

Die ernsten und wichtigen Worte zum Holocaust wurden gehört – und die Musik von Mendelssohn Bartholdy bis Alexandre Tansman, von Saint-Saens bis Jerry Bock machte dann deutlich, wie absurd es ist, Grenzen zu ziehen, wo es nur ein Miteinander geben kann. Der Abend vereinte Akteure des „Nie wieder“ mit Menschen, die „nur“ schöne Musik hören wollten – und die zum ersten Mal vom Wirken des IHRA hörten. Ein gelungener Auftakt für das Jahr der deutschen IHRA-Präsidentschaft in Marseille!„

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