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Ergebnisse der IHRA 2020 Vollversammlung in Leipzig

21.12.2020 - Artikel

Unter dem Motto „Arbeiten und Erinnern in einem digitalen Kontext“ kamen im Rahmen des Leipzig Plenums 2020 über 250 Delegierte aus den 34 Mitglieds-, 1 Verbindungs- und 7 Beobachterländern der IHRA sowie ihren 8 ständigen internationalen Partnern zusammen, um die neueste Entwicklungen auf dem Gebiet der Holocaust-Erziehung, Erinnerung und Forschung.

Die COVID-19-Pandemie und ihre Auswirkungen prägten einen Großteil der Diskussionen in den Arbeitsgruppen und Ausschüssen, in denen Experten innovative Lösungen für die beispiellose Herausforderungen diskutierten. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Museen und Gedenkstätten übermittelte dem IHRA-Plenum einen ausführlichen Bericht darüber, welche Art von Unterstützung solche Institutionen benötigen würden, vor dem Hintergrund dass sich viele Einrichtungen von einer dauerhaften Schließung bedroht sehen.

Die Experten der IHRA im Ausschuss für Antisemitismus und Holocaust-Leugnung befassten sich eingehend mit der Zunahme und Verbreitung antisemitischen Gedankengutes in Verbindung mit Verschwörungstheorien.

Die IHRA-Vorsitzende Botschafterin Michaela Küchler ermutigte die Delegierten außerdem, für ihre Bereiche vermehrt digitale Möglichkeiten und Lösungen zu entwickeln und zu nutzen. Ein Impulsvortrag über Darstellungen des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs in digitalen Spielen von Dr. Nico Nolden, Universität Hannover, gab einen Überblick über den Missbrauch dieser Geschichte und gewährte einzigartige Einblicke in neue Wege, jüngere Generationen über ebendiese Spiele zu adressieren.

Auch die Arbeit der Globalen Task-Force gegen Holocaustverfälschung wurde vorgestellt. Dem Plenum wurde ein Überblick über die bevorstehende Veröffentlichung der Empfehlungen vorlegt. „Es ist wichtig, die politischen und Entscheidungsträger für Holocaustverlfälschung zu sensibilisieren.“, sagte Karina Häuslmeier, die Leiterin der deutschen Delegation.

Die Empfehlungen der IHRA zum Lehren und Lernen über den Holocaust wurden in bisher in 8 Sprachen übersetzt, weitere 14 Übersetzungen befinden sich zur Zeit in Bearbeitung sind und voraussichtlich in Kürze verfügbar.


Die kürzlich verabschiedete Arbeitsdefinition zu Antiziganismus sowie deren Umsetzung und Verbreitung wurden im Ausschuss erörtert. Ebenso wurden Pläne besprochen, weitere Materialien für das Lehren und Lernen über den Völkermord an den Sinti und Roma zu entwickeln.

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