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Erklärung der IHRA zur Rehabilitierung

02.07.2020 - Artikel

vom 2. Juli 2020

Die IHRA verurteilt alle Versuche, das Ansehen von Personen zu rehabilitieren, die an den Verbrechen des Holocaust und am Völkermord an den Sinti und Roma beteiligt waren.

Vor dem Hintergrund von wachsendem Antisemitismus und zunehmender Verfälschung/Verharmlosung des Holocaust ist die IHRA daher entschlossen, das Phänomen der Rehabilitierung in den Mitgliedstaaten und in der gesamten Organisation anzugehen.

Im Geiste der Erklärung ihrer Ministerkonferenz von 2020 ermutigt die IHRA alle Länder und Gesellschaften, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen, indem sie mit den historischen Tatsachen offen und wahrheitsgetreu umgehen. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass die IHRA Forschung, öffentliche Wahrnehmung und politische Verantwortung rund um die mit dem Thema Rehabilitierung verbundenen Fragen fördert.

Die vom Holocaust betroffenen Länder haben lange mit den Problemen der Vergangenheitsbewältigung und den heiklen Fragen im Zusammenhang mit der Mittäterschaft bei den vom nationalsozialistischen Deutschland und von den anderen beteiligten faschistischen und extremen, nationalistischen Partnern und sonstigen Kollaborateuren geplanten und begangenen Verbrechen gerungen.

Diese Entwicklungen sind nicht auf einzelne Länder oder historische Erfahrungen beschränkt und treten sowohl in IHRA-Mitgliedstaaten als auch in anderen Ländern auf, auch jenen, die nicht direkt vom Holocaust betroffen sind. Die Staaten müssen ihre nationale Geschichte in Verbindung mit dem Holocaust ebenso aufarbeiten wie die Geschichte jener Personen, die an den Verbrechen des Holocaust beteiligt waren.

Wenn wir es versäumen, uns aufrichtig zu erinnern, verletzen wir die Würde der Lebenden und bleiben den Toten unseren Respekt schuldig.

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