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Grußwort des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller

29.06.2020 - Artikel

anlässlich der digitalen Vollversammlung der International Holocaust Remembrance Alliance vom 29. Juni bis 2. Juli 2020

Michael Müller
Michael Müller© Lea Giovanazzi

Sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Vollversammlung der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA),

seit mehr als 20 Jahren bringt die IHRA Regierungen und Experten zusammen und engagiert sich in den Bereichen Bildung, Gedenken und Forschen. Die Vollversammlung der IHRA bietet ein wichtiges internationales Forum, um gemeinsam das Gedenken an den Holocaust zu bewahren und zu stärken.
Das Bekenntnis zur deutschen Verantwortung für die unsäglichen Verbrechen an Millionen Menschen war und ist entscheidend dafür, dass Deutschland heute ein freies, demokratisches Land ist. Der Einsatz für das Gedenken ist uns gerade auch in Berlin ein zentrales Anliegen. Denn mit der Geschichte des Holocaust ist Berlin untrennbar verbunden. Neben Gedenkstätten und Erinnerungsorten wie dem Haus der Wannseekonferenz oder dem Denkmal für die ermordeten Juden Europas gibt es in Berlin viele zivilgesellschaftliche Initiativen und engagierte Menschen, die sich nachhaltig für eine lebendige Erinnerungskultur einsetzen. Dazu müssen wir auch in Zukunft ermutigen.

Es ist wichtig, dass diese Erinnerung auch über Parteigrenzen hinweg von den Demokratinnen und Demokraten in unserer Stadt getragen wird. Unsere Demokratie ist darauf angewiesen, dass wir uns mit unserer Geschichte auseinandersetzen und alles dafür tun, dass ein Verbrechen wie der Holocaust sich nicht wiederholen kann. Wir haben in dieser Beziehung einiges erreicht. Und die Tatsache, dass jüdisches Leben in Berlin wieder aufgeblüht ist, dass viele Jüdinnen und Juden wieder Vertrauen in unsere Stadt und in dieses Land fassen konnten, ist ein unschätzbares Geschenk.

Doch ebenso wissen wir, dass Antisemitismus und die Leugnung oder Relativierung des Holocaust auch heute große Probleme sind. Antisemitische Vorfälle haben bei uns zugenommen – das fordert uns zum Handeln auf.
In Berlin bekämpfen wir Antisemitismus mit vielen Maßnahmen und stärken zivilgesellschaftliches Engagement. Sehr wichtig ist mir, dass wir im letzten Jahr als erstes Bundesland ein „Landeskonzept zur Weiterentwicklung der Antisemitismus-Prävention“ verabschieden konnten. Die Arbeitsdefinition Antisemitismus der IHRA bildet dafür eine wichtige Grundlage und das Wirken der IHRA ist für unsere Stadt von großer Bedeutung. Umso mehr bedaure ich es, Sie in diesem Jahr, in dem Deutschland aktuell den Vorsitz der IHRA innehat, aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie geplant im Roten Rathaus begrüßen zu können.

Ich freue mich aber sehr, dass Berlin Ihr – virtueller – Gastgeber sein darf und wünsche Ihnen gute Beratungen. Die besten Wünsche der Berlinerinnen und Berliner begleiten Sie dabei!

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